Wir haben Ihren Flug ab Frankfurt so gelegt, dass es Ihnen in Casablanca 1 einen vollen Tag lang die Sprache verschlagen kann. Ihre Odyssee der Gefühle beginnt in der Hassan-II.-Moschee, dem größten und wertvollsten Gotteshaus Marokkos für 25.000 Gläubige. Ein Geschenk des Königs an seine Untertanen, die es allerdings selbst bezahlen mussten. Rabat ist von den vier Königsstädten die jüngste und dennoch bereits Weltkulturerbe. Eine Tour durch die Altstadt zum Hassan-Turm, dem prunkvollen Mausoleum von Mohammed V. und der Kasbah des Oudaias mit ihrem traumhaften Andalusischen Garten ist nichts weiter als ein Vorgeschmack auf die Pracht, die Ihnen noch bevorsteht. Nächstes Abenteuer: Tanger. Am Abend laufen wir ein.
Mausoleum Mohammed V in Rabat (© R.V. Bulck, iStockphoto.com / Chamäleon)
Sie hatte bessere Zeiten gesehen, als sie noch Steuerparadies war. Danach ging’s bergab und heute blüht sie wieder, die Nahtstelle zwischen Europa und Afrika. Viele Jahrhunderte lang haben sich Römer, Araber, Portugiesen, Spanier, Briten und Franzosen die Klinke in die Hand gegeben. Und alle haben in Tanger 2 ihre Duftmarken gesetzt. Dennoch: Durch die engen Gassen der Medina bis hinauf zum Kasbah-Hügel weht der unsterbliche Mythos aus 1.001 Nacht. Erst im Rif-Gebirge, dem afrikanischen Teil der Straße von Gibraltar, wird das Herz wieder weit und die Häuser blau, um vor dem Schadenzauber des bösen Blicks zu schützen. Wir sind in Chefchaouen.
Obstgärten bei Meknès (© Bo Voyages / Chamäleon)
Bevor sie zur blauesten Stadt der Welt wurde, galt sie viele Jahrhunderte als heilig, und Ausländern war es bei Androhung der Todesstrafe verboten, einen Fuß auf den geweihten Boden von Chefchaouen 3 4 zu setzen. Aus heutiger Sicht ein Segen, denn so konnte die Stadt in der geschützten Senke zweier Berge ihren mittelalterlichen Charakter bewahren und zu einem der schönsten Orte Marokkos werden. Zauberhafte blaue Gassen und der Place Outa el Hammam beflügeln Ihr Glücksgefühl, zu dem auch ein weltweit einmaliger Vorgang beitragen wird: Die traditionsreiche Küche von Chefchaouen gehört zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Na denn guten Appetit.
Zwei Welten (© Anne Baltes / Chamäleon)
Die Ehre, ein Weltkulturerbe zu sein, sagt noch nichts über den Erhaltungszustand, und die Ruinen von Volubilis sind ein Paradebeispiel dafür. Zumindest der Caracalla-Bogen, das Kapitol, die Basilika, der Tempel des Jupiter, die herrlichen Mosaiken zeugen von einem hohen Kulturstand, bevor Volubilis geschleift und ein Großteil ihres Marmors nach Meknès 5, unserer Königsstadt Nummer zwei, entführt wurde. Dort war es im wahrsten Sinne des Wortes gut angelegt, denn Meknès gilt als das Versailles Marokkos, seine Souks als die schönsten, das Grabmal Moulay Ismails als unübertroffen prachtvoll, und vom Stadttor Bab Mansour bis zum Königspalast ist der gesamte Rest eine einzige Augenweide.
Marokkanische Oase (© NunoLopes, iStockphoto.com / Chamäleon)
Fès 6 ist die älteste der Königsstädte. Von der Festungsanlage Borj Sud geht der Blick über die ganze Stadt, hinter deren Altstadtmauern sich traditionell die Kasbah befindet. Gewürze, von denen Sie noch nie gehört haben, sind zu dekorativen Kegeln aufgehäuft, und getrocknete Duftblüten in schreienden Farben werben um Ihre Gunst. In den Soukgassen wird gewebt, gegerbt, gefärbt, gedrechselt, geschmiedet und gestichelt, was das Zeug hält. Die Koranschule Bou Inania, das Mausoleum von Idris II. und der Kairaouine-Komplex geben ein Bild von der Bedeutung dieser Orte für Muslime.
Dünenlandschaft der Sahara (© Neundlinger-Schalleschek / Chamäleon)
Haben Sie eigentlich schon die Alpen bemerkt, die auch im Sommer mit schneeweißer Zipfelmütze das ferne Panorama der Königsstädte bilden? Sie heißen nur anders, nämlich Kleiner Atlas, Mittlerer Atlas und Hoher Atlas. Zuerst sind es noch ausgedehnte Zedernwälder, wo sich Makaken von Ast zu Ast schwingen, dann wird die Luft spürbar dünner und die Landschaft rauer. Der Hohe Atlas wirft seine Schatten voraus, was durchaus wörtlich gemeint ist, denn sie malen die wunderbar fließenden Bilder in die vom Wind geformten Dünen im Erg Chebbi 7. Ob in leuchtend Orange, Rostbraun oder Safrangelb, das wird sich erst bei Ihrem Spaziergang in den Sonnenuntergang zeigen.
Auf eine gute Nacht (© Andreas Laube / Chamäleon)
Durch Berberdörfer wie Jorf, Touroug und Tinejdad erreichen wir die Straße der Kasbahs 8, ein Abenteuerland zwischen Geisterbahn und Rosengärten. 300 Meter senkrecht hoch sind die Felswände der Todra-Schlucht, aber da müssen Sie durch, um ins gelobte Land zu kommen. Entschleunigte Minidörfer unter Palmen – und dann die Rosen. Die Oase El-Kelaa des M’Gouna ist voll davon, was ihr den Namen Rosenstadt und mit Rosenöl und Rosenwasser eine im Wortsinn florierende Existenz beschert hat.
Buntes Sortiment von Pantoffeln (© Isabella Pfenninger, iStockphoto.com / Chamäleon)
Die Burg der Burgen trägt den Namen Ait Benhaddou 9, und die haben Sie bestimmt schon mal gesehen. »Sodom und Gomorrha«, »Lawrence von Arabien« oder »Gladiator« heißen Hollywoods Sandalenfilme, die in dem UNESCO-Weltkulturerbe gedreht wurden. Die Wettkampfarenen vor dem Eingangsportal der rostroten Lehmbauten wurden sorgsam umgebaut, damit es nicht so auffiel, aber der Rest war kostensparend in allen Filmen gleich. Requisiten, die nicht so recht in die Berberszenerie passten, wurden etwas abseits aufgebaut und stehen zum Teil heute noch verloren in der Landschaft. Schon 1575 begannen die islamischen Glaubenskämpfer der Marabout, im Dorf Tamegroute zu missionieren. Aus ihrer Arbeit ist die berühmte Koranschule des einflussreichen Nassirya-Ordens hervorgegangen. Es gilt als sicher, dass Sie hier etwas lernen können.
Ziegen auf Bäumen (© Stephanie Forsch / Chamäleon)
Groß ist relativ. Aber eine Wüste im Format der Vereinigten Staaten von Amerika muss schon sehr groß sein. Sie ahnen es: Von der Sahara ist die Rede, die bis an den Rand des Atlas-Gebirges reicht, wo sie vor allem als Stein-und-Fels-Wüste, die sogenannte Hamada, ausläuft. Es führt kein anderer Weg nach Erg Chegaga 10, wo zwischen riesigen Wanderdünen unser Wüstencamp Le Sand liegt. Vergessen Sie Ihre Vorstellung von Zelten, wenn die Berberfürsten hier zu ruhen pflegten, dann hatte das nichts mit Camping zu tun, das waren Gelage von ausgeprägter Lebenslust. Sie kamen allerdings nicht mit Geländewagen, sondern auf schwankenden Wüstenschiffen. So wie Sie heute bei Ihrem Ritt in das klassische Lichtspieltheater der untergehenden Saharasonne. Zugabe am Lagerfeuer unter einem glanzvollen Sternenhimmel, der es eigentlich auch verdient hätte, Weltnaturerbe zu sein.
Fischer bei Essaouira (© Eduard Frankovsky / Chamäleon)
Ein Stück der früheren Rallye Paris–Dakar führte durch die atemberaubende Wüstenlandschaft des Erg Chegaga. Ein bisschen Offroad-Feeling à la Jutta Kleinschmidt muss also sein, dann tauchen wir ab. Im Tal der Ammeln, einem versprengten Berberstamm, haben Regen und Wind ganze Arbeit geleistet. Hat bestimmt ein paar Millionen Jahre gedauert, aber das Ergebnis ist künstlerisch wertvoll. Selbst einen Napoleonhut hat die gnadenlose Witterung aus den monumentalen Granitblöcken der Landschaft geschliffen. Sie gehören zu Tafraoute 11 wie die Haine voller Palmen, Mandelbäume und Granatäpfel.
Buntes Marokko (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Wenn die Bäume voller Ziegen hängen, geht ein Leuchten über das Gesicht unserer weiblichen Gäste. Nicht der Ziegen wegen, sondern der Bäume, durch deren Geäst die Tiere turnen, um an die Beeren des Arganbaumes zu kommen. Arganöl – Elixier der Schönheit – wird exklusiv im Antiatlas gewonnen und in Gold aufgewogen. Männer trinken es. Taroudant 12 ist seit tausend Jahren das Handels- und Karawanenzentrum der schiitischen Berberfürsten. Seine Souks sind vollgestopft mit Silber, Leder, Bommelpantoffeln, ziselierten Teegläsern und was alles unter den Begriff Kunst fällt. Greifen Sie zu, aber vergessen Sie das Feilschen nicht. Ungeduld ist teuer. Ein bisschen Sand wird Ihnen trotz unserer komfortablen Fahrzeuge in den Lachfalten hängen geblieben sein, den spült der herrliche Pool im Garten des Dar Zitoune mühelos wieder weg.
Traditionelle Speisezubereitung (© Bo Voyages / Chamäleon)
Am nächsten Morgen entfernen Sie sich dann immer weiter vom Antiatlas, und über ausgedehnte Höhenzüge geht es hinunter bis an die Atlantikküste. Essaouira 13 14, die »weiße Perle« am Atlantik, versinkt in malerischer Ruhe. In den Händlergassen hinter den dicken Stadtmauern leuchtet ein Farbenmeer aus Tüchern und Keramik. Tausende kreisender Möwen warten auf die Ankunft der Fischerboote, um einen Fisch zu stibitzen. In den Altstadtgassen wird Metall zu wundervollen Ornamenten gehämmert, und mehr Künstler als Schreiner schnitzen traumhafte Perlmuttintarsien in ihre Möbelstücke. Sie können versuchen, sich sattzusehen, oder Allah einen guten Mann sein lassen, wozu er extra die endlosen Strände von Essaouira geschaffen hat.
Spieglein, Spieglein  (© Anne Baltes / Chamäleon)
Bereit für das Märchen Marrakesch 15? Dann kommen Sie mit in den kobaltblauen Jardin Majorelle von Yves Saint Laurent, die überwältigende Koranschule Medersa Ben Youssef, den Bahia-Palast, die Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert. Wunderwelten und kein Ende, aber die erstaunlichste liegt hinter den meterdicken Altstadtmauern des Souks. 250 Handwerksbetriebe, zehnmal so viel Trubel. Da steht der Färber barfuß in einem Kessel voll Indigo. Da flattert ein todgeweihtes, aber schlecht getroffenes Federvieh kopflos durch die Gassen. Da drechselt der Schreiner mit dem dicken Zeh ein Kunstwerk von Schachfigur. Da hämmert der Ziseleur ein mikrometerfeines Dekor in die Kupferplatte. Und wo dichter Qualm eine Feuersbrunst befürchten lässt, steht Abbudin und brät Spieße aus Hammelhack. Wenn die Trommeln ertönen, wird es Zeit für Aladins Rummelplatz: Djemaa-el-Fna, für Ihre Nacht der Nächte.
Wüstenschiffe (© Christine Wurst / Chamäleon)
Wir können nichts dafür, dass der Flieger von Marrakesch 16 nach Frankfurt schon am frühen Mittag geht. Aber vielleicht reicht es noch für ein Gläschen ritualisierten Minztee, den Geschmack eines Märchens, das Sie nie mehr vergessen werden.
1.099 €
Marrakesch - 16 Tage Wunderwelten-Reise
97,2 100 9
EUR