Frankfurt 1, Sao Paulo, Paris. Nein, nicht falsch abgebogen, sondern Ankunft im »Paris Südamerikas« mit den Worten: Buenos días Argentina. Und weil Buenos Aires 2 mit Kultursensationen vollgestopft ist, gilt es keine Zeit zu verlieren. Einmal pflichtgemäß über den Prachtboulevard Avenida de Mayo schweben. Im Tangoquartier San Telmo auf der Straße tanzen, im Künstlerviertel La Boca die berühmten bunten Blechhäuser filmen und wo Evita Perón liegt, jede Vorstellung von einem normalen Friedhof begraben. Ihr Hotel liegt sehr zentral, also kein Problem, wenn Sie noch einmal auf eigene Kappe losziehen möchten. Und wir bleiben ja auch zwei Nächte, da könnten Sie sich mit einer optionalen Tangoshow wenigstens einmal um den Schlaf bringen. Wenn es den Einwohnern in Buenos Aires 3 zu bunt wird, fahren sie ins Tigre-Delta. Da fahren wir doch gleich mit und kreuzen mit dem Boot durch die einzigartige Vegetation zu den Wochenendhäusern der oberen Zehntausend.
Feuerland (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Vom Boot in den Bus in den Flieger. Man könnte auch sagen: von oben nach unten, denn Argentinien ist verflixt lang und Ushuaia 4 ist so weit unten, unterer geht’s nicht. Einen Schritt zu viel und Sie landen im Beagle-Kanal. Lieber die entgegengesetzte Richtung, zum Nationalpark Feuerland mit seiner unglaublichen Mixtur aus Gletschern, Schluchten, Flüssen und eiskalten Seen. Aber ganz lässt uns der Beagle-Kanal 5 doch nicht ruhen, immerhin erspart die berühmte Wasserstraße der Schifffahrt das lebensgefährliche Abenteuer in den Stürmen um Kap Hoorn. Seelöwen, Kaiserkormorane und Albatrosse sehen das genauso. Warum nicht auch wir? Und mit dem Katamaran bis zum Grüß Gott der Magellan-Pinguine durch diese bizarre Welt zu gleiten, gehört noch immer zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen.
Gaucho mit Pferd und Hund (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Theoretisch könnten wir den Kanal weiterfahren, wie es Magellan 1520 getan hat, aber erstens kommen wir nicht im Auftrag der spanischen Krone und zweitens sind wir mit dem Flugzeug signifikant schneller in El Calafate 6. Hier beginnt auf einer typisch patagonischen Estancia mit Lamaherden, Gaucho-Romantik und einem Abendessen unter dem Sternenhimmel der Steppe Ihre Zeit der Wunder. Das Hotel Sierra Nevada liegt wie die Spinne im Netz unfassbarer Gebirgsformationen und Gletscher, die mit entsprechender Begleitmusik gerne mal ein eisiges Kalb in die meergrüne Magellan-See schicken. Sehen Sie diesen bläulich-geheimnisvollen Schimmer in der Luft? Das sind die Vorboten für den ersten Höhepunkt Ihrer Reise, den Perito-Moreno-Gletscher 7. Wie ein riesiger Fächer aus tausend Farbtönen Blau und Grün, Türkis und Rosa liegt er je nach Sonnenlicht da und verändert stündlich sein Gesicht.
Torres del Paine (© Tanja Hofmann / Chamäleon)
Patagonien ist eine Wucht. Hier speichern die Gletscher die größten Trinkwasservorkommen der Welt, und über sie wacht 2.850 Meter hoch ein Fingerzeig der Schöpfung: die Torres-Spitzen, das Wahrzeichen des Nationalparks Torres del Paine 8 9. Willkommen in Chile. In der Pampa Lodge sind Sie mittendrin und können sich für den Rest des Tages ans Fenster setzen und dieses sagenhafte Panorama anbeten. Morgen ist es soweit: Der komplette Tag gehört den Smaragdseen, der verzauberten Landschaft, dem gigantischen Wasserfall Salto Grande und mit einem Auge immer diesem biblischen Monumentalkino der Torres-Spitzen, dem keine Filmkulisse das Wasser reichen kann. Und dennoch: Man darf es an diesem verwunschenen Ort nicht beim Zugucken belassen. Stattdessen fahren wir an die Kante von Tod und Wiedergeburt. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Die Abbruchkante ist nicht mehr weit. Mini-Eisberge schaben an den Außenwänden, und wenn es der Grey-Gletscher will, wirft er uns einen tonnenschweren Brocken vor den Bug. Ein kurzer Moment der Spannung, dann tanzt der türkis schimmernde Klotz an uns vorüber, und es scheint, als würde er lächeln. Drei Stunden geht das so.
Blühende Vegatation im Torres del Paine Nationalpark (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Bevor Sie fragen: Ja, wir gehen noch einmal in den Nationalpark Torres del Paine, und sei es nur, um bei kurzen Wanderungen atemberaubende Bilder zu tanken, die Ihnen nie mehr aus dem Kopf gehen. Währenddessen dreht sich über offenem Feuer ein Lamm nach patagonischer Art und wird den Punkt höchster Gaumenfreude erreicht haben, wenn wir auf der Estancia bei Puerto Natales eintreffen. Der Tag endet in Punta Arenas 10, der südlichsten Stadt Chiles. Vorbei ist es mit leuchtenden Gletschern, denn der Flieger bringt uns in das nächste Kapitel der Schöpfungsgeschichte, nach Puerto Montt 11, ins augenscheinlich schönste Seengebiet der Anden. Viel erklären muss man da nicht, der ewig schneegetoppte Vulkan Osorno spricht für sich. Er steht als Traummotiv über der Stadt, die nach 1848 bevorzugt von deutschen Aussiedlern aufgebaut wurde. Im Einwanderermuseum »Antonio Felmer« ist diese Epoche präzise dokumentiert, und wer weiß, vielleicht entdecken Sie einen Vorfahren gleichen Namens.
Ist der Baum groß (© Iris Bell / Chamäleon)
Die Deutschen nannten ihn Allerheiligensee, die Chilenen haben daraus Todos los Santos gemacht. Kommt hin mit etwas Fantasie, genauso wie die Saltos de Petrohué, die beeindruckenden Stromschnellen, die in der Tat spektakuläre Salto mortale vollbringen, bis sie im Allerheiligsten zur Ruhe kommen. So viel Bewegung muss verarbeitet werden, da passt es gut, dass wir in Puerto Varas 12 ein geradezu romantisches Plätzchen am Fluss zum Abendessen gefunden haben. Dort erwartet Sie Chefkoch Gustavo und sein flippiges Team in ihrem ganzen Stolz: dem Gemüse- und Kräutergarten. Auf die Plätze, fertig, losschnippeln und dann gemeinsam nach überlieferten Rezepten die Aromen der chilenischen Küche heben. Das Ergebnis ist ein Festmahl am Ufer des Flusses.
Kathedrale und Hauptpost in Santiago de Chile (© Markus Friedrich, Vision 21 / Chamäleon)
Mit argentinischer Kultur haben wir begonnen, mit chilenischer Kultur schließen wir den Kreis: Santiago 13. Der Flieger bringt uns auf direktem Wege in die historische Innenstadt: zum klassizistischen Präsidentenpalast, der Plaza de Armas von 1745, dem Palacio de la Real Audiencia und schließlich auf den Cerro San Cristóbal. Wo sonst wollen Sie einen Überblick über das bedeutende Wirtschafts- und Kulturzentrum Südamerikas gewinnen? Verschiedene Kulturen in Form verschiedener Küchen finden wir auch rund um unser Hotel im angesagten Stadtviertel Bellavista. Im Altiplanico Santiago erinnern wir uns an die Kolonialzeit und wohnen stilvoll alt-modern. Das heißt: nur, wenn Sie wirklich dort wohnen wollen. Vielleicht möchten Sie lieber losziehen und zugucken, wie die Chilenen einen drauf machen. Oder mitmachen? Dann sind Sie bestimmt hocherfreut, dass unser Hotel nur wenige Minuten von den angesagten Bars im Kultur- und Szeneviertel Bellavista entfernt liegt. Zur Not könnten Sie auf allen Vieren zurückrobben.
Santiago de Chile (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Es ist Abschiedszeit. Im idyllischen Casablanca-Tal, nur einen Katzensprung von Santiago 14 entfernt, funkelt auf dem Weingut Emiliana das sonnenverwöhnte Labsal, das Sie über den Tatbestand hinwegretten wird, dass am Abend wieder Flugzeit ist. Wie gehabt, nur umgekehrt, nach Frankfurt 15.
Patagonia - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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