Heute ist es so weit. Und die Frage, wo anfangen, ist beantwortet, bevor sie gestellt wird. in Amman 1 2 natürlich. Zuerst das Land, und wenn Sie einverstanden sind, beginnen wir im 5. Jahrhundert. Archäologen sagen, es könnte auch schon das 4. Jahrhundert gewesen sein, als ein gewisser »Tobias« den Auftrag gegeben hat, auf einer Länge von 300 Metern eine Galerie aus 15 miteinander verketteten Höhlen in die Felsen zu treiben. Aus heutiger Sicht könnte schon der fantastische Blick in das fruchtbare Tal Grund genug für das mühsame Bauwerk gewesen sein. Die wahre Funktion der »Prinzenhöhlen« ist indes immer noch Spekulation, trotz Hinweisen auf antike Kultpraktiken, Wasserbecken, Taubenhaus und Ställe für die Kavallerie. Nun aber zurück in die Hauptstadt des Haschemitischen Königreiches, wo das römische Theater, die prunkvollen Moscheen und der Blick vom Zitadellenhügel über die Stadt Ihre erste visuelle Rundreise durch die Jahrtausende ist.

Das nächste Highlight der Antike ist auch nicht viel jünger. Bronzezeitlich dahindämmernd, erwachte Jerash erst vor 1.100 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf und wurde unter Alexander dem Großen eine der zehn antiken Städte der Dekapolis. Viel verändert hat sich nicht. So folgen wir den Spuren der Geschichte durch prachtvolle Säulenboulevards zum Südtheater, dem Nymphäum und dem gewaltigen Jupitertempel in die Zeit, als Jesus im damaligen Gerasa Menschen heilte. Lukas und Markus haben es beide bestätigt, ergo muss es stimmen.
Mosaik im Museum auf dem Berg Nebo (© Kimberley Coole, Jordan Tourism Board / Chamäleon)
»Von diesem heiligen Berg lenkt Mose unseren Blick auf die Erfüllung aller Verheißungen Gottes in Christus.« Mit diesen Worten beschrieb Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch die religiöse Bedeutung des Berges Nebo. Moses hat von hier das gelobte Land gesehen, musste aber sterben, ohne es je betreten zu können. Ihre Chancen stehen bedeutend besser, denn die Wunderwelten-Reise Negev führt Sie durch das Löwentor in die Altstadt von Jerusalem und über die Stationen des Leidensweges Via Dolorosa zur Grabeskirche. Für dieses Mal müssen Sie sich mit einem anderen Wunder begnügen: Nach dem Erdbeben von 746 war Madaba 3 von der Landkarte verschwunden. Erst 1880 kehrten die Christen zurück und fanden neben der Reliquie mit dem Haupt von Johannes dem Täufer die älteste noch erhaltene Mosaik-Landkarte des Heiligen Landes aus ursprünglich zwei Millionen Teilen. In der griechisch-orthodoxen Georgenkirche wird das berühmte antike Werk aufbewahrt.

Es wurde viel gekämpft und gestorben zur damaligen Zeit. Allein die Festungen haben es mehr oder weniger gut überstanden und sind heute wie die Kreuzritterburg Montreal in Shobak ein lebendiges Beispiel europäischer, byzantinischer und arabischer Stile. Heute würde ein Zollhäuschen reichen, aber Balduin I. von Jerusalem liebte es etliche Nummern größer, um die Handelskarawanen zwischen Syrien und Arabien zu kontrollieren. Sie müssten es nun spüren. Das Petra Guest House, das uns zwei Tage Herberge gewährt, führt Regie bei der Einstimmung auf ein Weltwunder. Und noch bevor es richtig losgeht, legen wir Ihnen ein optionales Warm-up der Gefühle ans Herz: Petra by night. Reine Magie in der von Kerzen beleuchteten Schlucht mit der mystischen Musik der Beduinen aus dem »Schatzhaus«.
Das Schatzhaus des Pharao in Petra (© Kimberley Coole, Jordan Tourism Board / Chamäleon)
Durch eine enge Schlucht, den Siq mit seiner in den Fels gemeißelten oberirdischen Wasserführung, kommen wir zum »Schatzhaus des Pharao«, zur Prozessionsstraße und zum Römischen Theater. Die Bodenmosaiken, die Königswand, das Urnengrab, das Temenos-Tor, die Felsinschriften – etwa 800 historische Baudenkmäler und Opferplätze sind in Petra 4, der antiken Hauptstadt der Nabatäer, erhalten geblieben. Weltkulturerbe am Stück und mehr, als wir Zeit haben, aber was Sie mit nach Hause nehmen, wenn wir uns am Felsentempel Ad Deir mit Gänsehaut von dem einzigartigen Kulturdenkmal verabschieden, wird weit über Ihre Reise hinaus einen festen Platz in Ihren Erzählungen haben.
Verschleierte Beduinenfrau (© Joel Carillet, iStockphoto / Chamäleon)
Auch, wenn wir lange durch das verwunschene Reich von Petra gelaufen sind, ist Wadi Rum 5 mitnichten ein jordanischer Franzbranntwein für schmerzende Beine. Es ist rot, weit, biblisch, ebenfalls ein Welterbe und Meisterwerk, diesmal der Natur. Lawrence von Arabien wurde hier gedreht, wohl, weil es nirgends eine ähnlich verstörend schöne Landschaft aus Sand und Granit gibt. Keine Frage, dass wir uns nach einer filmreifen Jeeptour wie die Beduinen zur Ruhe betten. Wüstenstill und unter einem Sternenhimmel wie ein Weihnachtsbaum. So spektakulär wie sich der Tag hier verabschiedet, so spektakulär beginnt die Licht- und Farbenshow am nächsten Morgen von vorn. Was halten Sie davon, noch vor den Wüstenmäusen aufzustehen und in der aufgehenden Sonne im Heißluftballon über die 30 Millionen Jahre alte Landschaft zu schweben? Wir würden Sie zeitig wecken, in Ohnmacht fallen müssen Sie selbst.
Ballonfahrt über das Wadi Rum (© Kimberley Coole, Jordan Tourism Board / Chamäleon)
Die Bibel lebt, und was unwirklich weit weg schien, wird real, wenngleich mitunter unfassbar. Als sich im Großen Afrikanischen Grabenbruch die Erde auftat, entstand der Riss, durch den der Jordan erst in den See Genezareth und dann ins Meer des Lot fließt. In »Bethanien jenseits des Jordans« liegt die überlieferte Stelle, wo der Apostel Johannes Jesus getauft haben soll. Der Steg, der Ihnen ein vergleichbar erhebendes Erlebnis verspricht, und sei es nur mit dem dicken Zeh, ist jüngeren Datums. Der Rest eine Frage der Fantasie und des Glaubens. Wir glauben, dass wir es pünktlich an den tiefsten Punkt unserer Reise schaffen, 428 Meter unter dem Meeresspiegel. Zufällig liegt dort das Tote Meer 6 7 und macht nichts. Was soll es auch tun, wenn es tot ist, obwohl es eine tragende Rolle spielt, denn bei durchschnittlich 33 % Salzgehalt geht auch der miserabelste Schwimmer nicht mehr unter. Also bedenkenlos ab in die Fluten, um ein Buch über die heilende Wirkung des Toten Meeres zu lesen, und klatschen Sie sich großzügig den zähen Schlamm um die Ohren, denn weicher bekommen Sie Ihre Haut nicht mehr.
Blick auf Amman (© Kimberley Coole, Jordan Tourism Board / Chamäleon)
Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, mal wieder einen Blick in die Bibel zu werfen, um alte Bekannte wiederzufinden, die Ihnen auf unserer Reise begegnet sind. Kann man auch lesen, wenn man nicht im Toten Meer treibt. So oder so wird Ihr Flug nach Hause 8 wie ein Zeitsprung in das Leben 2.000 Jahre danach sein.
Petra - 8 Tage Wunderwelten-Reise
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